Liebe Bitlers,
Bärenmarkt oder nur eine weitere Korrektur? Sicher ist nur: Die vergangene Woche war von hoher Volatilität geprägt. Politische Unsicherheit in den USA, Marsh als FED Kandidat Nummer 1, neue Zolldrohungen und Spannungen an den japanischen Finanzmärkten belasteten die Risikostimmung und setzten auch Bitcoin weiter unter Druck. Am Montagabend steht der Kurs bei knapp 67.000 EUR.

Zusätzlich wirkte ein externer Schock auf das Netzwerk: Ein Wintersturm legte Teile des US-Stromnetzes lahm und zwang große Miner wie Foundry zur Drosselung ihrer Rechenleistung. Trotz dieser Belastungen gab es auch positive Signale – Binance will seinen Sicherheitsfonds in Bitcoin umschichten, und Michael Saylor kauft weiter. Die wichtigsten Einordnungen der Woche findet ihr wie immer hier.

🔑 KENNZAHLEN

901,37 EH/s

🔼 11,74%

(806,69 EH/s/pw)

1.276.543 BTC

🔽 1,42%

(1.294.880 BTC/pw)

141,67 T

0,0%

(146,47 T/pw)

🏦 Trump setzt auf Kevin Warsh als nächsten Fed-Vorsitzenden

Der US-Präsident hat seine Kandidatenwahl für den Vorsitz der US-Notenbank bekannt gegeben. Mit Kevin Warsh rückt ein Kandidat in den Fokus, der als Vertreter einer eher restriktiven Geldpolitik gilt und bereits während der Finanzkrise Mitglied im Fed-Gouverneursrat war.

Die Finanzmärkte reagierten letzte Woche spürbar auf ein Signal aus Washington: Donald Trump nominierte den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve. Die Entscheidung steht noch unter dem Vorbehalt der Senatsbestätigung, doch allein die Aussicht auf Warsh an der Spitze der US-Notenbank reichte aus, um Risikoassets unter Druck zu setzen, auch Bitcoin.

Warsh war von 2006 bis 2011 Mitglied im Fed-Gouverneursrat und spielte während der globalen Finanzkrise eine zentrale Rolle. Schon damals galt er als Vertreter einer disziplinierteren Geldpolitik mit starkem Fokus auf Preisstabilität. Selbst in Phasen akuter wirtschaftlicher Schwäche warnte er vor Inflationsrisiken und zeigte sich skeptisch gegenüber dauerhaft expansiven Maßnahmen. Diese Haltung prägt bis heute seine Wahrnehmung an den Märkten.

Entsprechend wird Warsh als potenziell „hawkisher“ Fed-Chef eingeschätzt als sein Vorgänger Jerome Powell. Marktteilnehmer verbinden seinen Namen mit real positiven Zinsen, Zurückhaltung bei schnellen Zinssenkungen und einer insgesamt restriktiveren Liquiditätspolitik. Ob er diesen Kurs tatsächlich durchsetzen würde, ist offen. Entscheidend ist, dass die Märkte ihn aktuell so einpreisen.

Auch wenn die Märkte Kevin Warsh aktuell als eher restriktiven Fed-Chef einpreisen, bleibt offen, wie unabhängig er unter dem fiskalpolitischen Druck von Donald Trump agieren könnte. Trumps wirtschaftspolitische Agenda ist auf Wachstum und vergleichsweise günstige Finanzierungsbedingungen angewiesen, ein Umfeld, das eher für niedrigere Zinsen spricht.

Sollte sich Warsh diesem Druck annähern und eine lockerere Geldpolitik unterstützen, könnte sich das makroökonomische Umfeld schneller drehen als derzeit erwartet. In diesem Fall würde Bitcoin eher profitieren als leiden, da die aktuelle Schwäche vor allem auf geldpolitische Erwartungen zurückzuführen ist, nicht auf eine Veränderung seiner fundamentalen Eigenschaften.

📄Quellen: FAZ WiWo Blocktrainer

HEADLINES

  • 💰 Binance plant, den 1-Milliarde-US-Dollar schweren Secure Asset Fund for Users (SAFU) vollständig in Bitcoin umzuschichten (Quelle: Blocktrainer)

  • 🥷 Mutmaßlicher Hacker soll Bitcoin im Millionenwert aus US-Beständen entwendet haben (Quelle: BTC-ECHO)

  • 📈 Bison, die Kryptobörse der Börse Stuttgart, meldet Wachstum von 13 % und erreicht die Marke von einer Million aktiver Nutzer (Quelle: DFPA)

  • 🏦 Fed verzichtet zum Jahresauftakt 2026 auf Zinsschritt und hält Leitzins stabil in Spanne von 3,5 bis 3,75 % (Quelle: Blocktrainer)

  • 🛍 Strategy setzt Bitcoin-Strategie fort und investiert trotz Kursschwäche weitere 264 Mio. US-Dollar (Quelle: BTC-ECHO)

FEAR-GREED INDEX

Quelle: CoinStats

COIN SNAPSHOT

Quelle: CoinMarketCap (02.02.2026; 18:30)

🧊 Wintersturm „Fern“ trifft US-Miner – Hashrate fällt, Blockzeiten verlängern sich

Fern traf weite Teile der USA und setzte neben der Energieinfrastruktur auch das Bitcoin-Mining unter Druck. Große Teile der Rechenleistung gingen temporär offline, die durchschnittliche Blockzeit verlängerte sich phasenweise auf rund zwölf Minuten.

Der Wintersturm legte in der vergangenen Woche weite Teile der USA lahm, vom Süden bis in den Nordosten. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus, der Verkehr kam großflächig zum Erliegen, über 10.000 Flüge wurden gestrichen. Neben erheblichen Sachschäden forderte das Extremwetter auch zahlreiche Menschenleben und setzte die regionale Energieinfrastruktur massiv unter Druck.

In Reaktion auf die hohe Netzbelastung gaben US-Netzbetreiber Energiesparwarnungen heraus und aktivierten verstärkt Demand-Response-Programme. Viele in den USA ansässige Bitcoin-Miner reduzierten daraufhin ihren Betrieb oder stellten ihn temporär ein. Bitcoin-Mining gilt aufgrund seines Lastprofils als flexible Stromlast: Anlagen lassen sich kurzfristig hoch- und herunterfahren oder gezielt abschalten, um Netze in Ausnahmesituationen zu stabilisieren.

Besonders betroffen waren Mining-Pools mit starkem US-Fokus. Foundry USA, der weltweit größte Mining-Pool mit rund 22 % Anteil an der globalen Hashrate, verzeichnete zeitweise einen Rückgang der Rechenleistung um etwa 64 %. Auch Luxor meldete Einbußen von rund 58 %, während auch Antpool und Binance Pool rückläufige Werte zeigten. Insgesamt fiel die globale Hashrate infolge des Sturms von rund 1.100 auf etwa 700 EH/s.

Da die letzte Schwierigkeitsanpassung am 22. Januar, kurz vor dem Einbruch der Rechenleistung, stattfand, werden Blöcke seither langsamer gefunden; die durchschnittliche Blockzeit liegt aktuell bei über zwölf Minuten. Sollte sich die Hashrate nicht rasch erholen, ist bei der nächsten Anpassung eine Absenkung der Difficulty um schätzungsweise 16 % möglich. Bitcoin selbst absorbiert den Schock regelbasiert. Für Miner legt das Ereignis offen, wer auf belastbaren Standorten und flexiblen Stromverträgen operiert – und wer bei Energieknappheit sofort unter Druck gerät.

In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, welche Rolle Bitcoin einnimmt: Entwickelt es sich zum stabilen Risk-on-Anker – oder bleibt es vorerst ein klassisches Risikoasset?

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Eine erfolgreiche Woche,

Vincent von Bits&Satoshis Team

Disclaimer: Dieser Newsletter dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Der Newsletter bietet keine Finanzberatung, und die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Bitte führe stets eigene Recherchen durch und konsultiere bei Bedarf einen professionellen Berater, bevor du finanzielle Entscheidungen triffst. Investitionen in Bitcoin und Vermögenswerte sind mit Risiken verbunden.

1 Hashrate: Die Hashrate ist die Geschwindigkeit, mit der das Bitcoin-Netzwerk kryptografische Berechnungen durchführt, um neue Blöcke zu finden und Transaktionen zu sichern. Wenn die Hashrate steigt, arbeiten mehr Computer im Bitcoin-Netzwerk, was es sicherer macht und das Mining schwerer. Wenn die Hashrate fällt, machen weniger Computer mit, das Netzwerk wird etwas unsicherer und das Mining leichter.

2 US ETF Bitcoins: Der steigende Bitcoin-Besitz der US-ETFs zeigt, dass institutionelles Interesse und Vertrauen in Bitcoin zunehmen, was zu höherer Liquidität, potenziellem Preisdruck nach oben und einer größeren Akzeptanz als etabliertes Anlagegut führen kann.

3 Mining Difficulty: zeigt, wie schwer es ist, im Bitcoin-Netzwerk einen neuen Block zu finden, und passt sich etwa alle zwei Wochen an, damit im Schnitt alle 10 Minuten ein Block entsteht.
Sie ist ein relativer Wert ohne Einheit – etwa bedeutet eine Difficulty von 80 T, dass das Mining 80 Billionen Mal schwieriger ist als zu Beginn des Netzwerks.

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