
Lieber Bitler,
Zum Ende des letzten Jahres haben wir für unsere Proof-of-People-Serie mit einer Persönlichkeit gesprochen, die polarisiert und genau deshalb gehört wird.
Julius Thiele, Bitcoin-Enthusiast und Gründer von Nerdminer.de, hat mit uns über Unternehmertum, Freiheit und Geld gesprochen. Über seinen Weg vom ersten Kontakt mit Mercedes-Benz-Aktien, die ihm sein Großvater schenkte, bis hin zu Bitcoin als monetäre Überzeugung.
Es ist die Geschichte eines Menschen, der Dinge ausprobiert, ins Handeln kommt, Systeme hinterfragt und Verantwortung übernimmt.
Wir wünschen dir viel Freude und Inspiration mit der ersten Ausgabe im Jahr 2026.
Warum Freiheit heute wieder erklärt werden muss
Vom Ausprobieren zum Ankommen
Julius lebt in der bayerischen Landeshauptstadt München. Bevor er sich selbstständig machte, sammelte er berufliche Erfahrungen bei unterschiedlichen Unternehmen, unter anderem bei Scalable Capital. Schnell merkte er jedoch, dass ein klassischer Nine-to-Five-Job für ihn nicht der richtige Weg war.
Der Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit war früh Teil seines Denkens. Sein Großvater brachte diese Haltung in einem Satz auf den Punkt:
„Lieber ein kleiner Herr als ein großer Diener.“
Über Jahre hinweg probierte Julius unterschiedlichste Wege aus, um auf eigenen Beinen zu stehen. Er handelte mit seltenen Lego-Sets und wechselte während der Corona-Zeit Autoreifen direkt vor der Haustür, als viele Werkstätten geschlossen waren.
Durch diese Erfahrungen entwickelte er ein breites Skillset, das ihm half, mit Unsicherheiten im Unternehmertum umzugehen. Parallel begann er, sich intensiver mit Bitcoin zu beschäftigen. Er baute eigene Miner, um das Netzwerk besser zu verstehen und im Idealfall durch Mining selbst Teil davon zu werden.
Julius dokumentierte diesen Weg offen über Social Media. Daraus entstand ein natürlicher Nachfrageeffekt nach den selbst zusammen geschraubten Minern. Sein unternehmerisches Gespür sagte ihm, dass darin mehr steckte als ein persönliches Experiment. So entstand die Idee, aus der schließlich Nerdminer hervorging.
Vom Kapitalmarkt zu Bitcoin
Der Zugang zu Bitcoin kam für Julius zunächst indirekt, wie so vieles, über seinen Großvater, der ihm einige Daimler-Aktien schenkte. Als er zum ersten Mal Dividenden erhielt, veränderte das seine Sicht auf Geld grundlegend. Einkommen zu erzielen, ohne dass es direkt an die eigene Arbeitszeit gekoppelt ist, war für ihn ein prägender Moment.
Dieses Erlebnis weckte seine Neugier. Wenn Julius sich für ein Thema interessiert, dann mit voller Konsequenz. Er begann, sich intensiv mit dem Kapitalmarkt auseinanderzusetzen, analysierte Unternehmen und beschäftigte sich mit Fragen von Risiko, Bewertung und langfristigem Ertrag. Dabei suchte er gezielt nach ausgewogenen Risk-Reward-Verhältnissen.
Über diesen Weg kam er zunächst mit Kryptowährungen in Berührung, fand jedoch schließlich zu Bitcoin. Die hohe Volatilität und das damals noch deutlich größere Entwicklungspotenzial weckten sein Interesse. Doch je tiefer er sich mit dem Thema beschäftigte, desto klarer wurde für ihn, dass Bitcoin sich fundamental von allen anderen Kryptowährungen unterscheidet. Andere Projekte rückten in den Hintergrund, während Bitcoin zunehmend in den Mittelpunkt rückte.
Warum Geld wieder “Leistung” braucht
Mit Bitcoin wuchs bei Julius zwangsläufig auch das Interesse an Geld selbst und an den Systemen, die dahinterstehen. Schnell wurde für ihn deutlich, dass das heutige Geldsystem auf einem grundlegenden Problem beruht. Geld entsteht durch Ausweitung der Geldmenge, nicht durch reale Wertschöpfung. Das bloße Drucken von Geld schafft aus seiner Sicht keinen Mehrwert. Der Staat kann Geld ausgeben, aber keine echte Kaufkraft erzeugen.
Julius ist überzeugt, dass gutes Geld immer an Leistung gebunden sein muss. Erst Arbeit, dann Geld. Genau dieser Zusammenhang sei im aktuellen System verloren gegangen. Neue Geldschöpfung begünstige vor allem diejenigen, die dem Gelddrucker am nächsten sitzen, während die Kaufkraft aller anderen schleichend entwertet werde.
Bitcoin steht für ihn im klaren Gegensatz dazu. Durch Proof-of-Work entsteht Geld nur dann, wenn zuvor reale Arbeit und Energie eingesetzt wurden. Ohne staatliche Intervention, ohne zentrale Steuerung, sondern geregelt allein durch den freien Markt. Darin sieht Julius die Grundlage für ein funktionierendes, faires und langfristig stabiles Geldsystem.
Proof of Work ist das Wichtigste an Bitcoin: Erst Arbeit, dann Reward.
Dieser Gedanke war für ihn ein zentraler Wendepunkt. Zusammen mit Eigenschaften wie Sicherheit, Dezentralität und der festen Begrenzung des Angebots überzeugte ihn Bitcoin davon, fundamental anders zu sein. Für Julius ist Bitcoin die einzige Kryptowährung, die das sogenannte Blockchain-Trilemma überzeugend löst und Dezentralität, Sicherheit und Skalierbarkeit miteinander verbindet.
Im Unterschied zu anderen Konsensmechanismen wird bei Bitcoin nicht Besitz belohnt, sondern geleistete Arbeit. Nicht Anteile oder große Vermögen entscheiden über Macht und Einfluss, sondern der Einsatz realer Energie. Genau darin sieht Julius den entscheidenden Unterschied. Ein Geldsystem, das nicht automatisch diejenigen bevorzugt, die bereits viel besitzen, sondern auf nachweisbarer Arbeit basiert. Für ihn ist Bitcoin deshalb vor allem eines: faires Geld.
Bitcoin be-greifbar machen
Um seine Passion für Bitcoin begreifbar zu machen, wurde Julius schnell klar, dass Menschen etwas Haptisches brauchen. Begriffe wie Hashrate, Difficulty oder Netzwerkmechanismen bleiben abstrakt, solange sie nur digital existieren. Erst wenn man Bitcoin beobachten und erleben kann, entsteht echtes Verständnis.
Aus diesem Gedanken heraus baute er zunächst einen ersten Nerdminer für sich selbst. Nicht mit einer konkreten Geschäftsidee, sondern aus Neugier und dem Wunsch, das Netzwerk besser zu verstehen. Als er diesen Weg offen im Internet dokumentierte, wuchs schnell das Interesse. Menschen wollten wissen, wie das funktioniert und ob sie es selbst ausprobieren können.
Mit Nerdminer versteht sich Julius deshalb nicht als klassischer Anbieter von Mining-Hardware oder Pools, sondern vor allem als Bildungsunternehmen. Die Einstiegshürde ist bewusst niedrig gehalten. Preislich, zeitlich und technisch. Einsteigermodelle beginnen bei rund 65 Euro, die Mining-Software ist Open Source, eine Internetverbindung ist ohnehin vorhanden. Innerhalb weniger Minuten wird man Teil des Bitcoin-Netzwerks.
Wer einen Nerdminer betreibt, sieht in Echtzeit, was im Netzwerk passiert. Difficulty-Anpassungen, Gebühren, Hashrate und im besten Fall sogar die Aussicht auf eine Blockbelohnung. Durch dieses direkte Erleben wird Bitcoin für viele erstmals greifbar.
Genau darin liegt für Julius die zentrale Motivation. Trotz aller Widrigkeiten, die Unternehmertum in Deutschland mit sich bringt, von Bürokratie über Steuerlast bis hin zu regulatorischer Unsicherheit. Sein Ziel ist es, Bitcoin durch praktische Erfahrung in deutsche Haushalte zu bringen und Menschen zu befähigen, Geld und Netzwerke besser zu verstehen.
Willst du selbst erleben, wie das Bitcoin-Netzwerk funktioniert – mit deinem eigenen Miner?
Um Bitcoin zu begreifen braucht es Haptik. Dich hat Julius Story inspiriert und du hast jetzt auch Lust, selber nach neuen Bitcoin zu minen und das Netzwerk dahinter vollumfänglich zu verstehen?
Dann schau doch mal im Shop beim Nerdminer vorbei. Solltest du Fragen zum Mining oder unterschiedlichen Minern haben, kannst du jederzeit auf uns oder Julius zukommen.
Mit unserem Code:
bitsandsatoshis
könnt ihr 5% auf alle Miner sparen.
Was es jetzt braucht – ein Blick auf Bitcoin und Deutschland
Diese regulatorischen Rahmenbedingungen wünscht sich Julius in Europa künftig grundlegend anders gestaltet. Die Einstiegshürden seien so hoch, dass viele potenzielle Bitcoin-Projekte bereits scheitern, bevor sie überhaupt beginnen. Wer dennoch startet, kämpft sich durch komplexe Regelwerke wie MiCA und andere Vorgaben. Aus seiner Sicht bremst diese Bürokratie nicht nur den unternehmerischen und innovativen Geist, sondern erschwert auch notwendige Investitionen in neue Ideen und Technologien.
Für den Bitcoin-Space im Besonderen wünscht sich Julius in Deutschland vor allem eines: Entmystifizierung. Weg vom Bild des „Geldes für Kriminelle“, einem Stereotyp, das hierzulande noch immer verbreitet ist. Stattdessen solle Bitcoin als das verstanden werden, was es für ihn ist: ein digitaler Wertspeicher mit dem Potenzial für faires, freies Geld.
Sein Wunsch ist, dass jeder deutsche Haushalt zumindest die grundlegenden Prinzipien von Bitcoin kennt. Menschen sollen verstehen, wie Geld funktioniert, wie Netzwerke entstehen und welche Rolle Eigenverantwortung dabei spielt. Genau darin sieht Julius auch den Kern seiner Arbeit mit Nerdminer.
Entfaltung durch Autarkie. Das ist für Julius der Kern seiner Vision und zugleich ein Zustand, der in Deutschland wieder selbstverständlicher werden sollte, damit Innovation und Fortschritt hierzulande erneut Raum bekommen.
Schlussgedanke
Das Gespräch mit Julius war keine Anleitung, wie man Menschen von Bitcoin überzeugt. Es war ein Gespräch über Haltung. Über Verantwortung. Denn Bitcoin zeigt, was passiert, wenn Menschen beginnen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Julius’ Weg vom Reifenwechsel bis zum eigenen Unternehmen macht deutlich, dass Bitcoin nicht nur alternatives Geld ist, sondern für viele zu einer neuen Lebenseinstellung wird.
Stay humble & stack Sats
Vincent von Bits&Satoshis
Ps: Antworte einfach auf diese Mail, wenn es ein Thema gibt, das dich besonders interessiert oder das du besser verstehen möchtest.
Wie hat dir die Ausgabe gefallen?
Disclaimer: Dieser Newsletter dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Der Newsletter bietet keine Finanzberatung, und die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Bitte führe stets eigene Recherchen durch und konsultiere bei Bedarf einen professionellen Berater, bevor du finanzielle Entscheidungen triffst. Investitionen in Bitcoin und Vermögenswerte sind mit Risiken verbunden.
