
Liebe Bitlers,
Der US-Präsident Donald Trump setzt weiterhin den Takt der Märkte. Mit neuen Zolldrohungen gegenüber mehreren EU-Ländern schickte er noch vor seinem Davos-Auftritt erneut Unsicherheit in ein ohnehin angespanntes Marktumfeld. Turbulenzen an den Anleihemärkten verstärkten den Druck auf Risikoassets, Bitcoin fiel mit und notiert am Nachmittag bei 73.744 EUR.
Für inhaltliche Debatte sorgte in Davos vor allem der Schlagabtausch zwischen dem Coinbase-CEO und dem Chef der französischen Zentralbank. Die Diskussion ging viral, weil sie zwei gegensätzliche Grundmodelle von Geld und Vertrauen aufeinanderprallen ließ. Staatliche Kontrolle versus ein emittentenloses Protokoll.
Während hierzulande oft über Regulierung geklagt wird, plant die niederländische Regierung sogar die Besteuerung unrealisierter Krypto-Gewinne. Bei den Kennzahlen hat besonders die Hashrate stark gelitten und ist deutlich gefallen. Diese und weitere Einordnungen findest du in der aktuellen Bits&Satoshis Weekly.
🔑 KENNZAHLEN
🏔Davos 26: Trump bestimmt den Ton, Bitcoin wird Teil der Gelddebatte
Rund um Davos reagierte Bitcoin kurzfristig auf geopolitische Spannungen, während zugleich sichtbar wurde, wie stark sich die Gelddebatte verschoben hat, staatliche Kontrolle trifft auf ein unabhängiges Protokoll.
Rund um das Weltwirtschaftsforum in Davos zeigte sich einmal mehr, wie eng Bitcoin inzwischen mit geopolitischen Entwicklungen verknüpft ist. Auslöser erhöhter Volatilität waren Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, der mehreren europäischen Ländern mit zusätzlichen Zöllen drohte und Handel erneut offen als politisches Druckmittel positionierte. Mit dem Start des CME-Future-Handels reagierten die Märkte abrupt: Bitcoin fiel kurzfristig deutlich, begleitet von Liquidationen gehebelter Positionen. Die Bewegung war weniger ein Urteil über Bitcoin selbst als eine klassische Risk-Off-Reaktion auf politische Unsicherheit und geringe Liquidität.
Nur Stunden später folgte die Entspannung. Nach Gesprächen mit dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte stellte Trump die unmittelbaren Zollandrohungen zurück und kündigte weitere Verhandlungen an. Die Märkte drehten, Aktien-Futures erholten sich und Bitcoin stieg wieder in Richtung der Marke von 90.000 US-Dollar. Die Episode unterstrich, dass Bitcoin kurzfristig weiterhin wie ein makro-sensibles Risiko-Asset gehandelt wird, auch wenn seine langfristige Einordnung längst darüber hinausgeht.
Diese langfristige Dimension wurde in Davos besonders deutlich in der Diskussion zwischen Brian Armstrong, CEO Coinbase, und dem französischen Zentralbankchef François Villeroy de Galhau. Armstrong argumentierte, dass Bitcoin kein privater Emittent, sondern ein dezentrales Protokoll sei und damit in gewisser Weise unabhängiger als jedes staatlich gesteuerte Geldsystem. Der Widerspruch des Zentralbankers, der Vertrauen eher bei Institutionen mit demokratischem Mandat verortete, machte vor allem eines sichtbar: In Davos prallen weiterhin grundlegend unterschiedliche Vorstellungen von Geld, Souveränität und Kontrolle aufeinander.
Genau darin liegt die eigentliche Erkenntnis dieser Tage. Während Bitcoin kurzfristig auf geopolitische Spannungen und Liquiditätsbewegungen reagiert, wird er auf höchster Ebene zunehmend als geldpolitische und strategische Variable diskutiert. Davos hat nicht gezeigt, dass Bitcoin stabil ist. Davos hat gezeigt, dass Bitcoin im Zentrum der Debatte über die Zukunft von Geld angekommen ist, auch wenn diese Debatte noch lange nicht entschieden ist.
📄Quellen: CoinDesk ↗ BTC-ECHO ↗ Blocktrainer ↗Blocktrainer ↗
HEADLINES
📜 Chaos an den globalen Anleihenmärkten schickt Bitcoins Preis auf Talfahrt (Quelle: Blocktrainer)
🇳🇱 Niederlande: Geplante Steuer auf unrealisierte Bitcoin- und Krypto-Gewinne (Quelle: Business Insider)
🎮 GameStop bewegt 4.710 Bitcoin zu Coinbase – Verkauf oder reine Verwahrung? (Quelle: CoinDesk)
📉 Bitcoin-ETFs verzeichnen Rekordabflüsse – steigende Zinsängste belasten den Kryptomarkt (Quelle: BTC-ECHO)
🪪 Binance beantragt europäische MiCA-Lizenz in Griechenland (Quelle: Fortune)
🛍 Saylor setzt Strategie fort und kauft weitere Bitcoin im Wert von rund 2,13 Milliarden US-Dollar (Quelle: CoinDesk)
🏦 Vermögensverwalter UBS bietet vermögenden Privatkunden fortan Handel mit Bitcoin und Ethereum an (Quelle: BTC-ECHO)
FEAR & GREED INDEX

Quelle: CoinStats
COIN SNAPSHOT

Quelle: CoinMarketCap (26.01.2026; 17:07)
🪙 Warum Gold läuft und Bitcoin zurückbleibt
Geopolitische Unsicherheit treibt Investoren in sichere Häfen. Gold reagiert sofort, Bitcoin bleibt trotz langfristiger These zurück. Die Märkte trennen aktuell klar zwischen Absicherung und Geldtheorie.
Das aktuelle Marktumfeld ist von Unsicherheit geprägt. Geopolitische Spannungen, politische Konflikte und die zunehmende Gefahr neuer Handelskriege bestimmen die Nachrichtenlage. In solchen Phasen reagieren Kapitalmärkte meist gleich: Risiko wird reduziert, Liquidität verlagert. Investoren ziehen Geld aus Risikoassets ab und suchen Schutz in klassischen sicheren Häfen.
Davon profitieren aktuell vor allem Gold und Silber. Beide Edelmetalle erreichen neue Rekordstände, getragen von geopolitischer Unsicherheit und einem wachsenden Misstrauen gegenüber staatlichen Schuldtiteln. Bitcoin hingegen bleibt zurück. Während er in früheren Phasen häufig parallel zu Gold steigen konnte, hinkt er diesmal deutlich hinterher.
Dabei ist die übergeordnete Debatte unverändert präsent. Die Diskussion um den sogenannten Debasement Trade, also die schleichende Entwertung staatlicher Währungen, gewinnt weiter an Bedeutung. Dennoch bleiben große Anleger vorsichtig und setzen in der aktuellen Marktphase bevorzugt auf etablierte Absicherungen. Bitcoin wird weiterhin als langfristige geldpolitische These betrachtet, nicht als unmittelbarer Krisenschutz.
Gold wird gekauft, wenn Angst dominiert.
Bitcoin wird gekauft, wenn Vertrauen entsteht.
Die vergangene Woche hat gezeigt, wie stark Märkte derzeit von geopolitischer Unsicherheit und kurzfristiger Risikowahrnehmung geprägt sind. Während klassische Absicherungen sofort gesucht werden, bleibt Bitcoin vorerst eine langfristige These, die noch auf Vertrauen wartet. Entscheidend ist weniger der aktuelle Preis als die Frage, wie sich Geld, Macht und Vertrauen in diesem Umfeld weiter verschieben.
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Vincent von Bits&Satoshis
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1 Hashrate: Die Hashrate ist die Geschwindigkeit, mit der das Bitcoin-Netzwerk kryptografische Berechnungen durchführt, um neue Blöcke zu finden und Transaktionen zu sichern. Wenn die Hashrate steigt, arbeiten mehr Computer im Bitcoin-Netzwerk, was es sicherer macht und das Mining schwerer. Wenn die Hashrate fällt, machen weniger Computer mit, das Netzwerk wird etwas unsicherer und das Mining leichter.
2 US ETF Bitcoins: Der steigende Bitcoin-Besitz der US-ETFs zeigt, dass institutionelles Interesse und Vertrauen in Bitcoin zunehmen, was zu höherer Liquidität, potenziellem Preisdruck nach oben und einer größeren Akzeptanz als etabliertes Anlagegut führen kann.
3 Mining Difficulty: zeigt, wie schwer es ist, im Bitcoin-Netzwerk einen neuen Block zu finden, und passt sich etwa alle zwei Wochen an, damit im Schnitt alle 10 Minuten ein Block entsteht.
Sie ist ein relativer Wert ohne Einheit – etwa bedeutet eine Difficulty von 80 T, dass das Mining 80 Billionen Mal schwieriger ist als zu Beginn des Netzwerks.


