Liebe Bitlers,
Die Welt blickte am Wochenende erneut in den Nahen Osten. Nachdem Meldungen über koordinierte Angriffe Israels und der USA auf Ziele im Iran bekannt wurden, folgten Gegenreaktionen aus Teheran. Anders als bei früheren, punktuellen Schlägen entwickelte sich diesmal eine spürbare militärische Eskalation, mit entsprechend hoher geopolitischer Spannung.

Bemerkenswert: Bitcoin reagierte nicht mit Panik, sondern mit Stärke. Während klassische Märkte nervös blieben, konnte BTC zulegen und notiert aktuell bei rund 60.000 Euro.

In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick darauf, welche Auswirkungen der Konflikt nicht nur auf den Preis, sondern potenziell auch auf die globale Hashrate haben könnte. Außerdem analysieren wir die jüngst aufgekommenen Marktmanipulationsvorwürfe gegen den Wall-Street-Market-Maker Jane Street und ordnen ein, was Marktmechanik und was Narrativ ist.

Das und mehr in unserer aktuellen Weekly-Ausgabe.

🔑 KENNZAHLEN

966,21 EH/s

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(1225,94 EH/s/pw)

1.272.069 BTC

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📉 Droht Bitcoins Hashrate wegen Iran Krieg der Absturz?

Die militärischen Spannungen rund um den Iran werfen die Frage auf, ob geopolitische Konflikte auch das Bitcoin-Netzwerk spürbar treffen können. Zwar nutzt der iranische Staat Mining und Stablecoins als strategische Finanzinfrastruktur, doch selbst ein Ausfall der dortigen Hashrate würde das globale Netzwerk nicht destabilisieren. Der Fall zeigt vor allem eines: Bitcoin reagiert auf geopolitische Krisen, aber strukturell anders als klassische Märkte.

Kriege erschüttern nicht nur Staaten, sondern auch Rohstoff- und Finanzmärkte. Ölpreise reagieren sofort, Aktienmärkte preisen geopolitisches Risiko ein. Doch was bedeutet ein militärischer Konflikt für ein globales, dezentrales Netzwerk wie Bitcoin, insbesondere wenn ein Land mit relevanter Mining-Aktivität betroffen ist? Genau diese Frage stellt sich derzeit mit Blick auf den Iran.

Seit 2019 ist Bitcoin-Mining im Iran offiziell als Industrie anerkannt. Der Staat nutzt subventionierte Energie, um Bitcoin zu schürfen, die anschließend an die Zentralbank abgeführt werden. So entsteht ein alternativer Finanzierungskanal außerhalb des US-dominierten Finanzsystems. Schätzungen zufolge liegt Irans Anteil an der globalen Hashrate bei 2 bis 5 Prozent, teils auch darunter. Laut Chainalysis erreichte das iranische Krypto-Ökosystem 2025 ein Volumen von rund 7,8 Milliarden US-Dollar. Stablecoins wie USDT spielen ebenfalls eine Rolle, da sie Handel und Kapitalflüsse trotz Sanktionen erleichtern. Bitcoin ist im Iran damit nicht nur Spekulationsobjekt, sondern Teil staatlicher und wirtschaftlicher Infrastruktur.

Mit den jüngsten militärischen Spannungen kam die Sorge auf, gezielte Angriffe könnten die fragile Strominfrastruktur des Landes treffen und das Mining zeitweise lahmlegen. Ein vollständiger Ausfall der iranischen Hashrate würde jedoch nur wenige Prozent der globalen Rechenleistung betreffen. Bei einer aktuellen Gesamt-Hashrate von rund 1 ZH/s entspräche das keinem systemischen Risiko. Das Bitcoin-Protokoll passt die Difficulty automatisch an, sodass sich Blockzeiten wieder normalisieren. Historisch hat das Netzwerk deutlich größere Schocks verkraftet – etwa den rund 50-prozentigen Einbruch nach dem chinesischen Mining-Verbot 2021 oder temporäre Rückgänge durch extreme Wetterereignisse in den USA.

Der Iran-Konflikt wirft dennoch eine grundsätzliche Frage auf: Welche Rolle spielt Bitcoin in geopolitischen Spannungsfeldern? Für Staaten kann Mining ein Instrument zur Kapitalbeschaffung sein, für Bürger eine finanzielle Lebensader in Zeiten von Sanktionen und Währungskrisen. Doch selbst wenn regionale Infrastruktur ausfällt, bleibt das Protokoll intakt. Kriege verändern Energie- und Kapitalflüsse – nicht jedoch die Regeln von Bitcoin. Das Netzwerk wurde nicht für stabile Zeiten gebaut, sondern für Stress.

📄Quellen: CoinDesk Mexc Blocktrainer

HEADLINES

  • 🪝 13F-Daten Q4 2025: Hedgefonds reduzieren Bitcoin-ETF-Positionen, langfristige Investoren bauen aus (Quelle: Blocktrainer)

  • 💳 Numo startet Bitcoin-„Tap-to-Pay“-App für kontaktlose Zahlungen (Quelle: Cryptorank.io)

  • Engie prüft Bitcoin-Mining und Speichersystem an neuem Groß-Solarpark in Brasilien (Quelle: Reuters)

  • 💰 Niederlande nehmen Abstand von geplanter 36-%-Steuer auf Krypto-Gewinne (Quelle: Maresmedia)

  • 🏦 Dubais größte Bank Emirates NBD prüft Investition in Bitcoin (Quelle: Blocktrainer)

  • 🥩 US-Restaurantkette Steak ‘n Shake führt Bitcoin-Zuschlag für Stundenlöhner ein (Quelle: Tradingview)

  • 🩳 14 % Short-Quote an Wall Street und trotzdem im Plus: Strategy wird zum Druckkessel (Quelle: Bitcoin Magazine)

  • 🔑 Behördenpanne in Südkorea: Private Keys in Pressemitteilung preisgegeben (Quelle: Blocktrainer)

FEAR-GREED INDEX

Quelle: CoinStats

COIN SNAPSHOT

Quelle: CoinMarketCap (02.03.2026, 18:20)

🏦 Jane Street im Fokus: Zwischen Terra-Klage und BTC Manipulationsvorwürfen

Jane Street steht im Zentrum zweier Debatten: einer Klage rund um den Terra-Luna-Kollaps 2022 und Vorwürfen, über ihre ETF-Rolle den Bitcoin-Preis zu beeinflussen. Während es juristisch um mögliche Insiderinformationen geht, kreist die öffentliche Diskussion um Marktmechanik und Manipulation. Die Kernfrage bleibt: Wie groß ist der Einfluss institutioneller Akteure auf Bitcoin?

Die Tradingfirma Jane Street steht derzeit doppelt im Fokus: wegen einer Klage im Zusammenhang mit dem Terra-Luna-Kollaps 2022 und wegen viraler Vorwürfe, sie manipuliere heute über ihre Rolle bei Bitcoin-ETFs den Marktpreis. Im Terra-Fall wirft der Abwicklungsadministrator von Terraform Labs dem Unternehmen vor, im Mai 2022 nicht-öffentliche Informationen genutzt zu haben, um UST-Bestände rechtzeitig abzubauen und Short-Positionen aufzubauen. Jane Street weist die Vorwürfe zurück und verweist auf die strukturelle Instabilität des algorithmischen Stablecoins sowie das Fehlverhalten von Gründer Do Kwon. Fest steht: UST war ohne echte Dollar-Deckung konstruiert und damit anfällig für Vertrauensschocks. Selbst wenn Insiderinformationen genutzt wurden, bleibt offen, ob der Kollaps verursacht oder lediglich beschleunigt wurde.

Der Terra-Zusammenbruch löste 2022 eine Kettenreaktion aus: Three Arrows Capital, Celsius, Voyager und schließlich FTX kollabierten. Der damalige Bärenmarkt war weniger ein normaler Zyklus als ein systemischer Vertrauensbruch. Dieses Trauma prägt die Wahrnehmung bis heute – und erklärt, warum neue Vorwürfe gegen große Marktteilnehmer schnell emotional aufgeladen werden. In dieses Umfeld fällt die sogenannte „10-Uhr-Theorie“: Bitcoin zeigt seit Monaten häufig Schwäche rund um die Öffnung der US-Börsen. Daraus entstand die Annahme, Jane Street drücke als „Authorized Participant“ (AP) von Spot-Bitcoin-ETFs gezielt den Kurs.

Die Rolle eines AP ist jedoch technisch geprägt. APs erstellen oder lösen ETF-Anteile ein und gleichen Preisunterschiede zwischen ETF und Spotmarkt durch Arbitrage aus. Dabei kaufen oder verkaufen sie Bitcoin und hedgen parallel Derivatepositionen – besonders zur Marktöffnung entstehen so gebündelte Handelsströme. Marktbeobachter sehen die Bewegungen eher im Zusammenhang mit allgemeinem Risiko-Repricing an den US-Aktienmärkten als mit gezielter Manipulation. Zudem zeigen 13F-Filings, dass Jane Street selbst signifikantes Bitcoin-Exposure hält, was das Bild einer einseitigen Marktattacke relativiert.

Der strukturelle Unterschied zu 2022 ist deutlich: Damals dominierten intransparente Offshore-Strukturen und extreme Hebel, heute prägen regulierte ETFs und börsennotierte Unternehmen das Geschehen. Der Markt bleibt volatil, aber robuster. Ob Jane Street im Terra-Fall Verantwortung trägt, klären Gerichte. Ob ETF-Mechanik kurzfristige Bewegungen verstärkt, ist Teil moderner Marktstruktur. Bitcoin selbst bleibt regelbasiert und neutral. Die eigentliche Reifeprüfung besteht nicht darin, ob große Akteure existieren, sondern darin, ob das System trotz ihrer Existenz stabil bleibt.

Trotz ausgeprägtem Bärenmarkt-Sentiment reagierte Bitcoin zunächst positiv auf die neue, geopolitisch angespannte Lage. Ob sich BTC jedoch nachhaltig als Krisenasset behaupten kann, bleibt offen. Entscheidend dürfte sein, wie lange und wie intensiv sich der Konflikt im Nahen Osten entwickelt und wie die globalen Kapitalmärkte darauf reagieren.

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Eine erfolgreiche Woche,

Vincent von Bits&Satoshis

Disclaimer: Dieser Newsletter dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Der Newsletter bietet keine Finanzberatung, und die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Bitte führe stets eigene Recherchen durch und konsultiere bei Bedarf einen professionellen Berater, bevor du finanzielle Entscheidungen triffst. Investitionen in Bitcoin und Vermögenswerte sind mit Risiken verbunden.

1 Hashrate: Die Hashrate ist die Geschwindigkeit, mit der das Bitcoin-Netzwerk kryptografische Berechnungen durchführt, um neue Blöcke zu finden und Transaktionen zu sichern. Wenn die Hashrate steigt, arbeiten mehr Computer im Bitcoin-Netzwerk, was es sicherer macht und das Mining schwerer. Wenn die Hashrate fällt, machen weniger Computer mit, das Netzwerk wird etwas unsicherer und das Mining leichter.

2 US ETF Bitcoins: Der steigende Bitcoin-Besitz der US-ETFs zeigt, dass institutionelles Interesse und Vertrauen in Bitcoin zunehmen, was zu höherer Liquidität, potenziellem Preisdruck nach oben und einer größeren Akzeptanz als etabliertes Anlagegut führen kann.

3 Mining Difficulty: zeigt, wie schwer es ist, im Bitcoin-Netzwerk einen neuen Block zu finden, und passt sich etwa alle zwei Wochen an, damit im Schnitt alle 10 Minuten ein Block entsteht.
Sie ist ein relativer Wert ohne Einheit – etwa bedeutet eine Difficulty von 80 T, dass das Mining 80 Billionen Mal schwieriger ist als zu Beginn des Netzwerks.

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