
Lieber Bitlerin,
Angst verkauft sich gut. Ob Quantencomputer, Mining-Einbruch oder geopolitische Spannungen, das Marktumfeld wirkt angespannt. Der Fear-&-Greed-Index signalisiert Unsicherheit, die Schlagzeilen überschlagen sich.
Doch Bitcoin reagiert wie so oft anders als erwartet.
Während kurzfristige Narrative dominieren, arbeiten Entwickler an langfristiger Resilienz. Während makroökonomische Daten schwanken, stabilisiert sich die Struktur. Und während viele auf Risiken starren, entstehen im Hintergrund die Grundlagen für die nächsten Jahre.
In dieser Ausgabe schauen wir hinter die Schlagzeilen und auf das, was vergangene Woche wirklich wichtig war.
🔑 KENNZAHLEN
🤖 Zwischen Quantenunsicherheit und Zukunftssicherheit: Was hinter BIP 360 steckt
Quantencomputer werden oft als mögliche Bedrohung für Bitcoin diskutiert. Mit BIP 360 liegt nun ein Vorschlag vor, der langfristige Risiken vorsorglich adressiert. Es geht nicht um ein akutes Problem, sondern um strukturelle Vorbereitung.
Seit dem Taproot-Upgrade können bestimmte Outputs einen Public Key dauerhaft im UTXO-Set speichern. Bleibt ein solcher Schlüssel über Jahre öffentlich sichtbar, hätte ein hypothetischer, ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer theoretisch viel Zeit, ihn anzugreifen. Entwickler sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Long-Exposure-Risiko.
Hier setzt BIP 360 an. Der Vorschlag führt einen neuen Output-Typ ein, Pay-to-Merkle-Root (P2MR). Bislang kann ein Taproot-Output entweder über den Key-Path ausgegeben werden, bei dem eine gültige Signatur zum Public Key genügt, oder über den Script-Path, bei dem ein zuvor verborgener Regelzweig offengelegt wird. P2MR streicht den Key-Path vollständig. Es bleibt ausschließlich der Script-Path.
Im Output selbst steht dann kein einzelner Public Key mehr, sondern lediglich eine Merkle-Root, die kryptografische Zusammenfassung möglicher Ausgaberegeln. Erst beim tatsächlichen Ausgeben wird der relevante Zweig offengelegt. Dadurch liegt kein dauerhaft sichtbarer Public Key mehr im Output, was das langfristige Angriffsfenster deutlich verkleinert.
Ganz ohne Nachteile wäre das nicht. Transaktionen würden tendenziell etwas größer, was leicht höhere Gebühren bedeuten könnte. Zudem wäre künftig erkennbar, dass der Script-Path genutzt wird, während heutige Key-Path-Ausgaben alternative Regeln im Hintergrund verbergen. Wichtig ist jedoch, was BIP 360 nicht tut. Es macht Bitcoin nicht unmittelbar quantensicher und führt keine neue Post-Quantum-Signatur ein. Der Vorschlag schafft vielmehr die strukturelle Grundlage, um künftig neue kryptografische Verfahren integrieren zu können. Möglich wäre das etwa über reservierte OP_SUCCESS-Codes im Bitcoin-Skript, also bewusst freigehaltene Funktionsplätze, die später mit quantensicheren Prüfregeln belegt werden könnten. So ließe sich neue Kryptografie einführen, ohne das Protokoll grundlegend umbauen zu müssen.
Entscheidend ist daher weniger die Existenz möglicher Quantencomputer als die Fähigkeit eines dezentralen Systems, sich langfristig auf technologische Veränderungen vorzubereiten. Genau das zeigt BIP 360.
📄Quellen: BIP360 ↗ Yahoo ↗ BTC-ECHO ↗ Blocktrainer ↗
Wird ein Quantencomputer Bitcoin eines Tages brechen?
HEADLINES
🔍 Rekord-Suchvolumen für Bitcoin in Deutschland – auch befeuert durch Epstein-Narrative (Quelle: BTC-ECHO)
🔻 Bitcoin-Mining-Difficulty fällt um 11 % – größter Einbruch seit 2021 (Quelle: CoinDesk)
🚓 Südkoreanische Polizei verliert dutzende beschlagnahmte Bitcoin (Quelle: Newsbit.)
🏦 JP Morgan erwartet Stabilisierung – Mining-Kosten könnten Bitcoin nach unten absichern (Quelle: bitcoinbasis.de)
🇪🇺 EU will Bitcoin-Transaktionen mit russischen Krypto-Dienstleistern verbieten (Quelle: Blocktrainer)
💰 Goldman Sachs veröffentlicht Krypto-Portfolio: weniger Bitcoin, erstmals XRP und Solana per ETF im Portfolio (Quelle: BTC-ECHO)
FEAR-GREED INDEX

Quelle: CoinStats
COIN SNAPSHOT

Quelle: CoinMarketCap (16.02.2026; 17:41)
🇳🇱 Box 3 Reform - wenn Buchgewinne plötzlich steuerpflichtig werden
Die Niederlande planen eine grundlegende Reform der Vermögensbesteuerung. Künftig könnten auch unrealisierte Gewinne besteuert werden, also Wertzuwächse ohne Verkauf. Was als mehr Planungssicherheit für den Staat gedacht ist, wirft für Privatanleger erhebliche Fragen zur Liquidität und Fairness auf.
Wir hatten bereits berichtet, dass die Niederlande die Besteuerung in der sogenannten Box 3 reformieren wollen. Künftig sollen nicht nur realisierte, sondern auch unrealisierte Gewinne und Verluste berücksichtigt werden. Entscheidend ist, ob Vermögenswerte privat gehalten werden.
Betroffen wären klassische Kapitalanlagen wie Aktien, ETFs und Fonds ebenso wie Bankguthaben, Edelmetalle und auch Bitcoin. Selbst Zweitimmobilien könnten unter die neue Regelung fallen.
Das Kernproblem: Steuern könnten auf Wertzuwächse anfallen, obwohl kein Verkauf stattgefunden hat und somit kein Cashflow entstanden ist. Bei einem Steuersatz von rund 36 Prozent kann das schnell zu Liquiditätsengpässen führen. Wer beispielsweise einen Buchgewinn von 50.000 Euro erzielt, müsste potenziell rund 18.000 Euro zahlen, ohne entsprechende Mittelzuflüsse.
Politisch gilt die Reform als wahrscheinlich. Vieles deutet darauf hin, dass sie ab 2028 in Kraft treten könnte. Ob andere europäische Länder folgen, wird auch davon abhängen, wie praktikabel sich das niederländische Modell erweist.
Aus unserer Sicht bedeutet das für viele Privatanleger, Vermögenswerte verkaufen oder anderweitig Liquidität beschaffen zu müssen. Besonders bei volatilen Assets wie Bitcoin kann das als strukturell unfair empfunden werden, wenn Kurse später wieder fallen.
📄Quellen: Nedtax.nl ↗ Blocktrainer ↗Yahoo Finance ↗
Nach wie vor prägen Quanten-FUD und makroökonomische Spannungen das Stimmungs- und Preisbild von Bitcoin. Doch gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit entstehen für langfristig denkende HODLer häufig die attraktivsten Einstiegsgelegenheiten.
ℹ Dir hat die Ausgabe gefallen? Lass es uns in einem Klick wissen 👇
Eine erfolgreiche Woche,
Vinent von Bits&Satoshis
Wie hat dir die Ausgabe gefallen?
Disclaimer: Dieser Newsletter dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Der Newsletter bietet keine Finanzberatung, und die hier bereitgestellten Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Bitte führe stets eigene Recherchen durch und konsultiere bei Bedarf einen professionellen Berater, bevor du finanzielle Entscheidungen triffst. Investitionen in Bitcoin und Vermögenswerte sind mit Risiken verbunden.
1 Hashrate: Die Hashrate ist die Geschwindigkeit, mit der das Bitcoin-Netzwerk kryptografische Berechnungen durchführt, um neue Blöcke zu finden und Transaktionen zu sichern. Wenn die Hashrate steigt, arbeiten mehr Computer im Bitcoin-Netzwerk, was es sicherer macht und das Mining schwerer. Wenn die Hashrate fällt, machen weniger Computer mit, das Netzwerk wird etwas unsicherer und das Mining leichter.
2 US ETF Bitcoins: Der steigende Bitcoin-Besitz der US-ETFs zeigt, dass institutionelles Interesse und Vertrauen in Bitcoin zunehmen, was zu höherer Liquidität, potenziellem Preisdruck nach oben und einer größeren Akzeptanz als etabliertes Anlagegut führen kann.
3 Mining Difficulty: zeigt, wie schwer es ist, im Bitcoin-Netzwerk einen neuen Block zu finden, und passt sich etwa alle zwei Wochen an, damit im Schnitt alle 10 Minuten ein Block entsteht.
Sie ist ein relativer Wert ohne Einheit – etwa bedeutet eine Difficulty von 80 T, dass das Mining 80 Billionen Mal schwieriger ist als zu Beginn des Netzwerks.

