
Lieber Bitlerin,
Warum steigen Vermögenspreise oft schneller als Löhne? Und
warum scheinen Aktienmärkte zu profitieren, während sich der Alltag vieler Menschen verteuert?
Wenn Zentralbanken ihre Bilanzen ausweiten oder Kredite stark zunehmen, klingt das zunächst technisch und weit entfernt vom eigenen Leben. Doch die Folgen sind konkret spürbar:
Immobilienpreise ziehen an
Sachwerte verteuern sich
Lebenshaltungskosten steigen
In der öffentlichen Debatte geht es meist um Kennzahlen wie Geldmengenwachstum, Zinssätze, Inflationsraten nicht aber wie das neue Geld in den Umlauf gerät.
Warum neues Geld systemisch nicht neutral ist?
Die Bewegung beginnt an der Quelle
Doch eine zentrale Frage wird selten gestellt:
Wer erhält das neu geschaffene Geld zuerst?
Denn neues Geld verteilt sich nicht wie Regen, der gleichzeitig auf alle fällt. Es entsteht an einem bestimmten Punkt und breitet sich von dort schrittweise aus.
Und genau diese Reihenfolge verändert Vermögensstrukturen. Wenn die (Giral-)Geldmenge wächst – etwa durch erhöhte Nettokreditvergabe – entsteht neues Geld primär im Kreditprozess.
Zunächst profitieren jene, die dem Finanzsystem am nächsten stehen:
Banken
kreditnahe Unternehmen
staatliche Akteure
gut vernetzte Marktteilnehmer
Sie können das neue Geld einsetzen, während sich Preise noch nicht vollständig angepasst haben. Erst später erreicht es Arbeitnehmer, Konsumenten und Sparer, häufig in einem Umfeld, in dem sich Preise bereits verändert haben.
Inflation erscheint dann als allgemeines Phänomen. Doch ihre Wirkung ist zeitlich versetzt.
Dieses Muster beschrieb der irisch-französische Ökonom Richard Cantillon bereits 1755 in seinem Werk „Essai sur la nature du Commerce en général“.
Seine Beobachtung war schlicht:
Nicht nur die Geldmenge zählt,
sondern der Eintrittspunkt des Geldes in die Wirtschaft.
Nicht die Menge – sondern der Weg
Der sogenannte Cantillon-Effekt ist keine moralische Bewertung.
Er beschreibt eine strukturelle Eigenschaft kreditbasierter Geldordnungen. Wenn Geld durch Kredit entsteht, entsteht es dort, wo Kreditwürdigkeit, Sicherheiten und Zugang vorhanden sind.
Die Reihenfolge der Verteilung beeinflusst Vermögensstrukturen. Wie in einem physikalischen System: Dort, wo Energie eingespeist wird, entsteht zuerst Bewegung.
Viele Inflationsdebatten konzentrieren sich auf steigende Preise.
Doch strukturell entscheidend ist die Frage:
Wo beginnt die Bewegung?
Würdest du Bits&Satoshis einem Freund oder in deiner Familie weiterempfehlen?
Wenn nein: Was würde es für dich attraktiver machen, Bits&Satoshis weiterzuempfehlen?
Eine andere Architektur der Geldentstehung
Hier unterscheidet sich Bitcoin im Design. Neue Einheiten entstehen ausschließlich durch Mining nach transparenten und vorab festgelegten Regeln.
Die Emission ist algorithmisch definiert
Die Gesamtmenge ist auf 21 Millionen begrenzt
Es gibt keine diskretionäre Geldschöpfung
Keine politische Instanz entscheidet über zusätzliche Ausweitung
Der Eintrittspunkt neuen Geldes ist kein politischer Beschluss, sondern ein regelgebundener Prozess. Frühe Teilnehmer profitierten stärker das ist korrekt.
Doch dieser Vorteil beruhte auf frühem Engagement, Unsicherheit und technischer Teilnahme, nicht auf privilegiertem Zugang zu einer zentralen Geldquelle.
Der Unterschied liegt nicht in kurzfristigen Marktbewegungen. Er liegt in der Architektur der Geldentstehung.
Was sich ändert, wenn man die Struktur erkennt
Der Cantillon-Effekt ist kein politisches Argument. Er ist ein Hinweis auf die Architektur des Geldsystems. Wer ihn versteht, erkennt:
Verteilungswirkungen entstehen nicht erst am Ende, sie entstehen am Anfang.
Damit verschiebt sich der Fokus von Symptomen zu Ursachen.
Nicht jede Vermögensverschiebung ist Zufall. Oft ist sie in den Regeln des Systems angelegt. Und genau dort beginnt eine nüchterne Debatte über Geld.
Bitcoin folgt seiner eigenen Logik.
Stay humble & stack Sats
Vincent von Bits&Satoshis
Ps: Antworte einfach auf diese Mail, wenn es ein Thema gibt, das dich besonders interessiert oder das du besser verstehen möchtest.
Kurz zusammengefasst
Neues Geld wirkt nicht gleichmäßig, sondern sequenziell.
Die Nähe zur Geldquelle beeinflusst Vermögensverhältnisse.
Inflation ist daher nicht nur ein Preisphänomen, sondern auch ein Verteilungsmechanismus.
Entscheidend ist nicht nur die Menge des Geldes, sondern sein Eintrittspunkt ins System.
Bitcoin folgt seiner eigenen Logik.
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