Lieber Bitler,

Die ersten Tage des neuen Jahres sind bereits vergangen, die weihnachtliche Ruhe ist verflogen. Dennoch lohnt sich ein letzter Blick zurück, auf ein Jahr, das für Bitcoin weniger von Euphorie als von Struktur geprägt war. Institutionelle Adoption, ein starker ETF-Nachfrageboom, politische Skepsis in Deutschland sowie neue Allzeithochs und eine spürbare Abkühlung zum Jahresende zeichnen das Bild von 2025.

Wie immer geht es uns dabei nicht um Schlagzeilen, sondern um Einordnung: Was war wirklich relevant und was bleibt? Viel Spaß mit unserem ausführlichen Jahresrückblick.

Institutionelle Adoption zwischen Hype und Strategie

Adaption der Institutionen und Unternehmen

Trotz ihres Starts Anfang 2024 verzeichneten die US-Bitcoin-Spot-ETFs auch im laufenden Jahr starke institutionelle Zuflüsse. Seit Jahresbeginn flossen rund 21,4 Milliarden US-Dollar in die Produkte, womit sich die kumulierten Zuflüsse auf etwa 56,6 Milliarden US-Dollar erhöhen. Insgesamt halten die ETFs inzwischen rund 1,36 Millionen BTC.

Besonders BlackRocks Bitcoin-ETF IBIT stach hervor und näherte sich nach nur 435 Handelstagen einem verwalteten Vermögen von 100 Milliarden US-Dollar. Rückenwind kam zudem von der SEC, die ab Juli die In-Kind-Methode erlaubte, sowie vom Einstieg namhafter Investoren wie der Brown University und Harvard University.

Parallel öffneten sich große Finanzhäuser zunehmend für Bitcoin: Morgan Stanley, Bank of America, Vanguard und selbst JPMorgan ermöglichten oder empfahlen Bitcoin-ETFs. Auch in Deutschland kündigten die Sparkassen ein Krypto-Angebot über die DekaBank an. Insgesamt zeigt sich: Bitcoin-ETFs haben sich fest im institutionellen Finanzsystem etabliert.

Treasury-Hype und Bremse in einem Jahr

Treasuries prägten 2025 wie kaum ein anderes Narrativ. Börsennotierte Unternehmen nutzten die Kapitalmärkte zunehmend für Bitcoin-Käufe. Der von Aktiengesellschaften gehaltene Bestand wuchs innerhalb eines Jahres von rund 590.000 auf knapp 1,1 Millionen BTC, verteilt auf etwa 200 Firmen. Vorreiter wie Strategy und Metaplanet zeigten, was möglich ist und wurden zum Referenzpunkt für viele Nachahmer.

Doch der Erfolg hatte zwei Seiten. Strategy baute seine Bitcoin-Bilanz trotz fallendem Aktienkurs weiter aus, finanziert unter anderem über Vorzugsaktien. Gleichzeitig entstanden neue Player wie Twenty One Capital oder Nakamoto, während Unternehmen wie GameStop, Trump Media & Technology Group und Figma Bitcoin teils direkt, teils über ETFs integrierten. Bitcoin wurde Teil der Unternehmensstrategie, aber nicht immer Teil einer langfristigen Überzeugung.

Nach dem Sommer folgte die Ernüchterung. Viele Nachzügler handeln inzwischen unter dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände, was neue Käufe erschwert. Einzelne Firmen mussten sogar BTC verkaufen, um Verbindlichkeiten zu bedienen. Zwar brachte die neue Fair-Value-Bilanzierung regulatorischen Rückenwind, gleichzeitig entstanden neue Steuer- und Indexrisiken. Akteure wie Metaplanet kauften weiter – insgesamt jedoch ist der Treasury-Boom 2025 spürbar gebremst worden.

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USA als Bitcoin-Vorreiter auf Staatsebene

Machtwechsel in den USA

Der Machtwechsel in den USA sorgte im Januar für große Spannung in der Krypto-Community. Kurz vor Donald Trumps Amtseinführung am 20. Januar wurde intensiv über erste Maßnahmen des krypto-freundlichen Präsidenten spekuliert. Dabei war insbesondere eine strategische Bitcoin-Reserve, die Trump im Wahlkampf und auf der Bitcoin-Konferenz in Nashville 2024 angekündigt hatte, die größte Spekulation.

Am Tag der Amtseinführung folgte jedoch Ernüchterung: Weder wurde eine Bitcoin-Reserve verkündet, noch erfolgte die angekündigte sofortige Begnadigung von Silk-Road-Gründer Ross Ulbricht. Diese holte Trump zwar einen Tag später nach, doch der erste konkrete Krypto-Erlass ließ weiter auf sich warten.

Am 23. Januar unterzeichnete Trump schließlich die Executive Order. Darin untersagte er die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung und kündigte an, die Schaffung einer staatlichen Krypto-Reserve zu prüfen. Dass dabei nicht explizit von Bitcoin, sondern allgemein von digitalen Assets die Rede war, sorgte in der Bitcoin-Community jedoch für spürbare Enttäuschung.

US-Bundesstaaten und Bitcoin

Die pro-Bitcoin-Ausrichtung der USA zeigte sich auch auf Ebene der Bundesstaaten: In 26 von 50 Staaten wurden Gesetzentwürfe zu Bitcoin- oder Krypto-Reserven eingebracht. Zwar scheiterte ein Großteil dieser Initiativen, doch einzelne Staaten erzielten konkrete Erfolge. Vorreiter war New Hampshire, das im Mai ein Gesetz verabschiedete, das erlaubt, bis zu 5 % des staatlichen Notfallfonds in Kryptowährungen zu investieren, faktisch ausschließlich in Bitcoin, da nur BTC die erforderliche Marktkapitalisierung von über 500 Milliarden US-Dollar erfüllt.

Kurz darauf folgten Arizona und Texas mit eingeschränkten, aber symbolisch wichtigen Regelungen. Arizona schuf einen Rahmen für eine Krypto-Reserve aus beschlagnahmten digitalen Assets, während aktive Käufe per Veto der Gouverneurin verhindert wurden. Texas ging einen Schritt weiter: Das Gesetz SB21 erlaubt einen Bitcoin-Reservefonds, und im November investierte der Bundesstaat erstmals 5 Millionen US-Dollar in den Bitcoin-Spot-ETF IBIT.

Trotz einzelner Gegenbewegungen, etwa in Connecticut, wo Bitcoin-Reserven explizit verboten wurden – ist die Gesamtentwicklung klar positiv. Neben staatlichen Initiativen kam es auch auf lokaler Ebene zu Fortschritten, etwa mit der ersten Bitcoin-besicherten Kommunalanleihe in New Hampshire. Zudem investierten staatliche Pensionsfonds, etwa in Michigan und Wisconsin, bereits in Bitcoin-ETFs, ein weiteres Zeichen für die zunehmende institutionelle Akzeptanz von Bitcoin in den USA.

Staatliche Strategien und Bitcoin

Bitcoin wird zunehmend zu einem geopolitischen Faktor: Angestoßen durch den pro-Bitcoin-Kurs der USA unter Donald Trump prüfen immer mehr Staaten eigene Bitcoin- oder Krypto-Reserven. Nachdem zuvor nur El Salvador und Bhutan aktiv waren, investierten 2025 mehrere Länder erstmals – teils direkt in BTC, teils über Spot-ETFs oder staatliches Mining.

Besonders auffällig sind die Vereinigten Arabischen Emirate: Der Staatsfonds Mubadala hielt zeitweise über 8,7 Millionen Anteile des BlackRock-Bitcoin-ETFs IBIT im Wert von rund 440 Millionen US-Dollar, während ein weiterer Fonds der Mubadala-Gruppe auf knapp 8 Millionen IBIT-Anteile im Wert von rund 518 Millionen US-Dollar aufstockte. Zudem wird den VAE eine staatliche Bitcoin-Reserve von etwa 6.500 BTC (über 500 Millionen US-Dollar) aus Mining nachgesagt. Auch Pakistan, Kirgistan und Taiwan kündigten Bitcoin-Reserven oder Pilotprojekte an, teilweise auf Basis beschlagnahmter Coins.

In Kasachstan plant die Zentralbank einen Krypto-Reservefonds mit einem Volumen von bis zu 1 Milliarde US-Dollar und könnte bis zu 300 Millionen US-Dollar aus Gold- und Devisenreserven investieren. Luxemburg allokierte 1 % seines rund 800 Millionen US-Dollar schweren Staatsfonds in Bitcoin-ETFs. Historisch ist zudem der Schritt Tschechiens, dessen Zentralbank erstmals 1 Million US-Dollar testweise direkt in Bitcoin investierte, ein kleiner Betrag, aber ein symbolischer Meilenstein.

Bitcoin in Deutschland

Die Bundestagswahl im Februar 2025 rückte Bitcoin erstmals spürbar in den Fokus der deutschen Politik. Beflügelt vom krypto-freundlichen Kurs Donald Trumps positionierten sich AfD und FDP im Wahlkampf klar pro Bitcoin. Während die FDP an der 5%-Hürde scheiterte, erzielte die AfD mit 20,8 % ihr bislang bestes Ergebnis.

Nach der Wahl sorgten Pläne der SPD für Unruhe in der Bitcoin-Community. In den Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU drängten Sozialdemokraten auf die Abschaffung der steuerfreien Haltefrist für Krypto-Gewinne, scheiterten damit jedoch im Koalitionsvertrag. Trotzdem blieb das Thema auf der politischen Agenda: Sowohl ein SPD-Strategiepapier als auch spätere Vorstöße von Linken und Grünen im Zuge der DAC-8-Abstimmung zielten erneut auf eine höhere Besteuerung von Kryptowährungen ab, ohne Erfolg.

Die AfD stellte sich derweil offen auf die Seite von Bitcoin-Anlegern und forderte unter anderem, die steuerfreie Haltefrist gesetzlich festzuschreiben. Entscheidend war schließlich die Position der CDU/CSU, die sich im Bundestag klar für den Erhalt der bisherigen Regelung aussprach. Da Union und AfD gemeinsam über mehr als 50 % der Sitze verfügen, gilt die steuerfreie Haltefrist vorerst als gesichert.

Einen Dämpfer gab es dennoch zum Jahresende: Beim staatlich geförderten Altersvorsorgedepot, das 2027 starten soll, wird es keine Möglichkeit geben, in Bitcoin zu investieren, weder direkt noch über börsengehandelte Produkte.

Bitcoins Preisentwicklung

2025 verlief für Bitcoin ungewöhnlich schwach. Zwar startete BTC mit einem neuen Allzeithoch von über 109.000 US-Dollar und markierte im Oktober kurzzeitig rund 126.000 US-Dollar, doch starke Rücksetzer dominierten das Jahr. Nach einem Einbruch von über 30 % im Frühjahr und einem massiven Flash-Crash im Herbst, begleitet vom größten Liquidierungsevent der Krypto-Geschichte, schloss Bitcoin das Jahr mit -6,27 % in US-Dollar und -17,38 % in Euro.

Damit zählte 2025 zu den wenigen Jahren mit negativer Jahresperformance und zugleich zu den ruhigsten, gemessen an der Spanne zwischen Jahresanfang und -ende. Auffällig war der Kontrast zu anderen Märkten: Während Bitcoin schwächelte, legten Aktien und Edelmetalle deutlich zu. Ein klassischer, von Privatanlegern getriebener Hype blieb aus.

Im größeren Kontext relativiert sich das Bild. Nach Kursgewinnen von 156 % (2023) und 121 % (2024) und trotz hoher Zinsen sowie schrumpfender Fed-Bilanz hält sich Bitcoin strukturell stabil. Zwar wurde erstmals die Abfolge mehrerer grüner Jahre unterbrochen, doch zeitlich passt der Markt weiterhin in den bekannten Vierjahreszyklus. Gleichzeitig stellen fundamentale Veränderungen, wie der hohe Umlaufanteil der Coins, diese Zyklen zunehmend infrage und nähren die Hoffnung auf neuen Rückenwind im kommenden Jahr.

Trotz der schwachen Preisentwicklung blieb das Fundament stark: Hashrate, Netzwerksicherheit und langfristige Aktivität erreichten 2025 neue Höchststände. Während der Markt schwankte, wuchs die Basis weiter, leise, aber konstant.

2025 hat gezeigt, dass Bitcoin auch ohne Euphorie weiter wächst – institutionell, politisch und global. Während Preisbewegungen schwankten, wurden Strukturen geschaffen, Entscheidungen vorbereitet und alte Narrative infrage gestellt. Dieses Jahr war weniger spektakulär, aber richtungsweisend für das, was kommt.

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Auf ein tolles 2026!

Stay humble & stack Sats

Euer Bits&Satoshi Team

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